Reisebericht Nummer 17 - Panama          

@planet_bossi
                          
 

San Jose, 18. Juli 2000

Panama (8. Juli bis 15. Juli 2000)

Panama Reiseroute

 

Ein ganz spezieller Grenzuebertritt von Costa Rica nach Panama. Zu Fuss gings ueber eine grosse Eisenbahnbruecke. Diese Zugsstrecke dient als Bananentransportstrecke von den Plantagen zum Hafen von Almirante. Kilometerlang fuhren wir durch die Plantagen und wir wissen nun wenigsten von wo die beruehmten krummgebogenen Chiquita Bananen herkommen - von Sued Costa Rica und Panama. Im Hafen werden sie, noch immer gruen, in grosse Chiquitaschiffe verladen und dann ab ueber den Atlantik nach Europa. Nebenbei, Schweden ist der groesste Bananenvertilger pro Kopf gerechnet, naehme mich ja wunder weshalb? Leider sind die Spritzmittel derart giftig, dass die Korallen und Lebewesen in diesen Gebieten stark gefaehrdet sind.

Wir machten einen weiteren Trip auf eine Karibische Insel - diesmal Bocas del Toro. Die Stadt mit den grossen Holzhaeusern und der breiten Strasse laden ein zum Verweilen und abends unterhielt uns ein Junge mit dem Vorfuehren seines selbstgebauten Riesenpapierflugzeuges - nach langem stolzen umherlaufen nahm er den Sprint in Angriff und zog sein Flugobjekt in die Hoehe - wirklich gute Arbeit. Es gab auch kurioses hier und so ist uns beim Vorbeilaufen der Polizeistaton ploetzlich aufgefallen, dass einem die Haeftlinge aus den Zellen anstarren. Und selbstverstaendlich wurde auch die Abfallentsorgung geloest - mittem im Walde und auf dem Wege zum Strande; die Asgeier war dankbar.

Red Frog

Hier trennten sich unsere Wege und Pascal ging weiter auf seiner geplannten Reiseroute Richtung Suedamerika. Fertig war das schoene Sefelleben und es hiess wieder alleine organisieren. Ich hoerte am Vorabend von einem einsamen "Dschungelbewohner" auf der nahen Insel Bastimedos. Irgendwie reizte mich dies und so gings mit einem kleinen Boot zu Polo. Ich wurde auf einem verlassenen Bootssteg abgeladen und ich vereinbarte mit dem Bootsfuehrer einen Abholtermin in drei Tagen. Zu Fuss und ausgeruestet mit meinem Backpack gings ueber die Insel, vorbei an roten giftigen Froeschen und ich wusste nicht was mich erwartete. Nach einer Stunde durch den Dschungel sah ich eine kleine Holzhuette, bedacht mit Wellblech und daneben ein aelterer Schwarzer beim Kochen. Er begruesste mich und sagte, dass ich gerne bei ihm wohnen duerfe, es habe eine Haengematte aber ich muesse essen was er koche. Manchmal gaebe es Buschratten und Leguane. Kein Problem, sagte ich.

Inselleben

Polo lebt mit seiner Schwester seit 36 Jahren in seinem Paradies. Einfach und gelassen. Gegessen wird was die Natur bietet und gewohnt wird im kleinen Pfahlhaus, welches aussieht wie eine Waldhuette aus unserer Jugendzeit. Ganz in der Naehe ist der Nationalpark angesiedelt, wo in dieser Jahreszeit die Wasserschildkroeten zum Eier legen kommen. Ich hoffte, dass wir mal welche sehen.

Ratet mal was es zu essen gab? Richtig, der urspruengliche Jamaikaner war am Vorabend erfolgreich und fing eine Schildkroete (ich hab leider keine lebende gesehen), nach vergeblichen vier Abenden. Und tatsaechlich, er war bereits am kochen. Sorry liebe Tierfreunde, eigentlich sollte man dies ja wirklich nicht essen, ich weiss, aber der 56 jaehrige Herr lebt hier von der Natur. Das Fleisch war ausgezeichnet. Zu drinken gab es eigenangebauter Zitronengrastee. Und wenn ich zwischendurch mal durst hatte, holte ich mir ne Kokosnuss runter und drank die Kokosnussmilch - den Frischwasserzufuhr hatte er selbstverstaendlich auch nicht. Er sammelte nur das Regenwasser auf, von dem es dann Tee und Kaffee gab.

Ein einsamer Palmenstrand und ne Haengematte, was will man mehr? Am Abend ging es frueh zum Schlafen und so uebernachtete ich zum erstenmal in einer Haengematte, unter mir schlief die Schwester von Polo auf einer kleinen Schaumstoffmatte. Das Dschungelgeraeusch und der Blick nach draussen in die Vollmondnacht war ueberwaeltigend. Zum Fruehstueck gabs gerauecherte Leguan- und Schildkroeteneier und Kaffee.

Nach drei Tagen Schildkroeten- und Leguanfleisch und nach einem grossen Sturm sehnte ich mich dann nach einer Dusche und einem schoenen Bett und so gings gleichentags zurueck aufs Festland und ueber die Grenze nach Costa Rica.

Den beruehmten Panamakanal werde ich mir dann auf dem Rueckflug von Kuba ansehen, da ich in Panama City einen Stopover habe. Habt ihr uebrigens gewusst, dass der Kanal bis und mit Ende 1999 im Besitze der USA war?

 

  (c) Bosshard Stefan, Obertor 35, CH-8400 Winterthur