Reisebericht Nummer 10 - Neuseeland          

@planet_bossi
                          
 

Antigua, 5. Juni 2000

Neuseeland (18. Maerz bis 28. April 2000)

Neuseeland Reiseroute

 

Landschaft

... ein Kindheitstraum wurde erfuellt! Neuseeland war fuer mich schon immer was grossartiges und interessantes und meine Vorstellungen wurden uebertroffen. Um es vorwegzunehmen, in diesem abwechslungsreichen Land koennte es sich leben lassen. Keine Angst, die Schweiz ist noch immer mein Favoritenland...

Nuggetpoint

Im englisch angehauchten Christchurch wartete ich auf meine hollaendische Reisebegleiterin Astrid. Zusammen kauften wir einen superguten Combiwagen fuer sage und schreibe Fr. 550.00. Supergut ist wohl uebertrieben, den unsere Hazel ll hatte schon mehr als 350'000 km im Sattel. Wie lange waren wir wohl unterwegs?

Banks Peninsula

Unser erster Abstecher auf der Suedinsel war Banks Peninsula. Dort fanden wir eine abenteuerliche Unterkunft in einer Schafsfarm. In den Waldhuetten aehnlichen Unterkuenfte war es schoen kalt und am Morgen weckte uns das Schafsgebloecke, den schliesslich hausten wir im Schafsgehege. Nach ueber acht Monaten war es schoen, wieder mal eine andere Jahreszeit als den Sommer zu erleben - Herbst. Die herbstfarbenen Waelder und Wiesen luden einem ein zu schoenen Wanderungen und die Sicht auf die Meereszungen war das Puenktchen auf dem i.

abeltasman

Ach ja, ein Zelt plus Kochausruestung war beim Autokauf inklusive. Und so verbrachten wir eine Nacht an Lake Tekapo - es war so kalt, dass es das erste und letzte mal war. Die Aussicht vom Mt. John auf den kitschig blauen See und die Hochlandschaft war atemberaubend und ist unbeschreiblich. Auf dem Weg Richtung Sueden erblickten wir dann den schneebedeckten Mt. Cook.

Pinguine

Neuseeland hat neben 16 Millionen Schafen (mehr als das vierfache der Bevoelkerung) auch noch weitere "Wildtiere". Wow - auf Otago Peninsula sahen wir hautnah zwei schlafende Seeloewen am Strand und unzaehlige Seehunde beim Sonnenbaden. Albatrosse und das niedlichste war das Beobachten der Gelbaeugigen Pinguine, wie sie nach dem Fischen strandeten und aufs Festland watschelten um zu naechtigen. Und was gibt es schoeneres, als am Abend in einem weiteren tollen Farmhostel ein selbstangeheiztes Bad in der Schafsweide unter freiem Sternenhimmel zu nehmen? Nichts :-)

Foxgletscher

Nach Kaka Point gings weiter durch die wunderschoene Landschaft durch kleine Doerfchen nach Wanaka und Fox Glacier. Kochen, wir liebten es und so gabs ab und zu mal eine selbstgemachte Kuerbissuppe. Frisch gestaerkt gings somit auf einen der zwei bekanntesten Gletscher, welche vor wenigen Jahren noch stark anwuchsen! Wanderungen und Treks und eines der schoensten Abschnitte war ein Teil des Abel Tasman Treks, benannt nach einem hollaendischen Entdecker. Die Wanderung fuehrte entlang mehrerer wunderschoenen Buchten. Und nach koerperlichen Betaetigungen sollte man sich auch mal was goennen - eine Weintour in den "Marlborough Wine Region". Die Weissweine sind spitzenmaessig und kann ich nur empfehlen, gluecklicherweise mussten wir an diesem Tage nicht fahren...

Tongariro Crossing

Ade Suedinsel und so gingen Hazel ll, Astrid und ich mit der Faehre auf die Nordinsel nach Wellington. Diese windige Stadt gefiel uns nicht besonders und das Hostel war mysterioes und so gings nach Turangi. Dort machten wir eine wunderschoene Wanderung durch die Vulkanlandschaft von Tongariro und der Ausblick auf die zum Teil schneebedeckten Vulkane war grandios.

Fallschirmsprung

Man soll nie nie sagen... Vor einigen Wochen sagte ich, nie werde ich einen Tandemfallschirmsprung machen und am Lake Taupo konnte ich nicht widerstehen. An einem wunderschoenen Spaetnachmittag gings mit voller Ausruestung mit einer kleinen Propellermaschine auf 4000 m Hoehe. Superschoenes Wetter und wir genossen die bezaubernde Aussicht auf den See und die umliegenden Vulkane. Dann war es soweit, die Tuer wurde geoeffnet und ich setzte mich auf die Kante, Beine aus dem Flugi und hinter mir der Chief. Und schon fielen wir Kopfvoran - was fuer ein schoenes Gefuehl und innert kuerzester Zeit waren wir in der gewohnten Fallposition. Der Wind pfeift einem ins Gesicht, was einem ja auch nicht erstaunt bei 200 kmh. Fantastisch und nach 45 Sekunden freiem Fall oeffnete sich der Fallschirm - war ich erleichtert, denn man weiss ja nie! Friedlich schwebten wir auf die Muttererde zurueck - yeahhhhh!!

Mudpool

Thermalquellen sind einfach immer was gutes. Das lustigste zum Besichtigen waren die Mudpools, wo es so richtig "bluberte". Und in Rotorua sahen wir das heisse Wasser aus dem Boden schiessen. Paradiesisch war der "Kerosene Creek". Stellt Euch vor, Ihr schwimmt in einem kleinen Fluss, inmitten eines schoenes Waldes, keine Touris, keine Kasse, einfach pure Natur und das Thermalwasser ist 37 Grad warm und nicht zu vergessen, ein kleiner Wasserfall - dies ist doch einfach das Paradies. Und so genossen wir gemuetliche Minuten in dieser ruhigen Natur!

Maorikrieger

In meiner Sicht sind in keinem anderen Land die Ureinwohner so akzeptiert und integriert wie im Kiwiland. Ich spreche von den Maoris, welche 25 % der 3.5 Millionen Bevoelkerung ausmacht. Einfach ein Vorzeigeland. Die Kultur ist eindruecklich und die Kriegstaenze, wie der Haka, schrecken einem wirklich ein und besonders gut haben mir die speziell verzierten Meetinghaeuser gefallen. Und der Nasenkontakt zaehlt als Begruessungritual...

Hotwaterbeach

Im Coromandel trauten wir unseren Augen nicht, da sind doch dutzende von Einheimischen und Touris am Loecher schaufeln in einem Sandstrand. Der Grund dazu, ganz einfach, es gab dort heisse Quellen und so schaufelten sich die Leute eigene Pools und sassen friedlich in dem zum Teil wirklich heissen Grundwasser.

Maori Meetinghaus

Ueber Ostern gings hinauf in den fruchtigen Norden, wo die bekannten Kiwis und Orangen angepflanzt werden. Ausserdem besichtigten wir dort massiv grosse Baeume, die ueber 2000 Jahre alt sind und der dickste mass einen Umfang von 16 m bzw. hatte einen Durchmesser von 5.20 m! Dann hiess es langsam Abschied nehmen von der Natuer und zurueck in die Grossstadt Auckland. Und wir waren noch immer mit Hazel ll unterwegs und dies nach ueber 4700 km. Und das beste kommt noch, wir verkauften das Auto an einen Kiwi - Dankeschoen. Schweren Herzens verliessen wir das Traumland...

Craters

 

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